Servicegeschäft im Autohaus: Wenn der Ertragsanker an Kraft verliert

Die kurze Antwort

Das Servicegeschäft im Autohaus trägt den Betrieb weiterhin, verliert aber an wirtschaftlicher Kraft. Die Fahrzeuge kommen seltener auf die Hebebühne, die Rechnung je Besuch steigt, und gleichzeitig verlangen Hochvolt-Arbeitsplätze, Batterieprüfung, Diagnose und Cybersicherheit Investitionen, die Geld kosten, bevor sie Umsatz bringen. Das ist keine Konjunkturdelle, sondern eine Verschiebung der Ertragsmechanik.

Dein Gewinn daraus:

  • Du erkennst an vier Kennzahlen, ob Deine Ertragskraft im Service schon bröckelt, bevor es die Jahresauswertung zeigt.
  • Deine Serviceannahme bekommt die Sätze, mit denen sie auf den Kostenvorwurf antwortet, ohne den Auftrag zu verlieren.
  • Sieben Zahlen liegen auf dem Tisch, bevor Du über den Hochvolt-Arbeitsplatz entscheidest.
  • Aufgeschobene Wartung holst Du als Umsatz zurück, statt sie abzuschreiben.
  • Ein Teil der Investition rechnet sich über Kooperation statt über Vollausstattung, und Du siehst welcher.

Was hat ein Award auf der Automechanika mit Deiner Werkstattauslastung zu tun?

Kurz gesagt: Auf der Automechanika in Frankfurt wurden erstmals sieben Marken für ihre Servicekonzepte ausgezeichnet. Interessant für Dein Autohaus ist nicht die Preisliste, sondern die Einordnung des Instituts für Automobilwirtschaft dazu: Das Werkstatt- und Teilegeschäft stütze den Betrieb zwar weiterhin, verliere aber an wirtschaftlicher Kraft.

Automechanika, Auto Bild und der Verband der Internationalen Kraftfahrzeughersteller haben in Frankfurt zum ersten Mal die Automotive Aftersales Awards vergeben. Ausgezeichnet wurden sieben Marken: Cupra für Werkstatt- und Servicekonzepte, Volvo für Batterie- und Hochvolt-Services, Renault für Wartungs- und Reparaturlösungen, Skoda für digitale Aftersales-Services, Toyota für Kundenbindung, BYD als Newcomer im Servicenetz und Subaru mit dem Sonderpreis „Aftersales-Marke der Herzen“ (Matkarimova, 2026).

Das ist eine Branchenmeldung wie viele. Bemerkenswert ist der Satz, den Prof. Dr. Stefan Reindl dazu beigesteuert hat. Reindl ist wissenschaftlicher Direktor und CEO des Instituts für Automobilwirtschaft und Professor für Automobilwirtschaft an der Hochschule für Wirtschaft und Umwelt Nürtingen-Geislingen (IfA, o. J.). Er saß in der Jury. Und er sagt laut AUTOHAUS sinngemäß, das Werkstatt- und Teilegeschäft stütze das Autohaus weiterhin, verliere aber an wirtschaftlicher Kraft (Schmid, 2026).

Als Belastungsfaktoren nennt er aufgeschobene Wartungen und Reparaturen, steigende Arbeits- und Teilepreise sowie einen wachsenden Investitionsbedarf: Hochvolt-Arbeitsplätze, Batterietechnik, Komponentenprüfung, Digitalisierung, künstliche Intelligenz und Cybersecurity.

AUTOHAUS und der Autor Stefan Schmid haben das sauber aufbereitet. Das Problem liegt nicht bei der Berichterstattung. Es liegt darin, dass die meisten Betriebe diesen Satz lesen, nicken und weitermachen, weil das Servicegeschäft sich im Tagesgeschäft immer noch gut anfühlt.

Woran merkst Du, dass die Ertragskraft bei Dir schon bröckelt?

Kurz gesagt: Die Auslastung Deines Autohauses kann gleich bleiben, während die Ertragskraft sinkt. Der Grund: weniger Werkstattdurchgänge je Fahrzeug bei höherer Rechnungssumme sieht in der Auslastungsstatistik gleich aus, im Deckungsbeitrag aber nicht.

Der DAT-Report 2026 liefert die Bewegung sehr genau. Verschleißreparaturen sind von 0,51 je Pkw im Jahr 2019 auf 0,35 im Jahr 2025 gefallen. Die durchschnittlichen Wartungskosten liegen bei 542 Euro, die Reparaturkosten bei 604 Euro, gestiegen um rund 27 beziehungsweise 30 Prozent. Rund 60 Prozent der Pkw-Halter haben ihr Verhalten wegen der Kosten verändert. Die Studienautoren Uta Heller und Martin Endlein beschreiben es so: Die meisten lassen nur noch das Nötigste machen, fragen Bekannte oder suchen gezielt nach günstigeren Werkstätten (DAT, 2026a; DAT, 2026b). Befragt wurden 4.666 Personen durch NIQ GfK.

Die vier Frühwarnzeichen im eigenen Betrieb

Rechne diese vier Werte für die letzten 24 Monate, getrennt nach Quartalen:

  1. Durchgänge je betreutem Fahrzeug. Nicht Aufträge insgesamt, sondern Aufträge geteilt durch den aktiv betreuten Bestand. Sinkt dieser Wert, verlierst Du Bindung, auch wenn die Halle voll ist.
  2. Annahmequote auf Zusatzpositionen. Wie viele der an der Annahme vorgeschlagenen Positionen werden beauftragt? Ein Rückgang hier ist das früheste Signal überhaupt.
  3. Deckungsbeitrag je produktiver Stunde. Nicht Umsatz je Stunde. Teilepreise und Lohnkosten fressen den Unterschied.
  4. Terminvorlaufzeit. Wer erst in vier Wochen einen Termin bekommt, geht beim nächsten Mal woanders hin.

Der Verband liefert den Rahmen dazu. Im Kfz-Gewerbe sank der Gesamtumsatz 2025 um 3,65 Prozent auf rund 210,8 Milliarden Euro, während der Servicebereich Pkw nur leicht um 0,8 Prozent auf rund 36,6 Milliarden Euro wuchs (ZDK, 2026a). Ein Plus von 0,8 Prozent bei Preissteigerungen von 4,1 Prozent für Reparatur und Inspektion bedeutet real weniger Leistung, nicht mehr (Destatis, 2026).

In der Halbjahresumfrage des Zentralverbands unter knapp 400 überwiegend kleinen und mittleren Betrieben melden rund 45 Prozent eine unveränderte Auftragslage in der Werkstatt, etwa 26 Prozent eine Verbesserung und knapp 30 Prozent eine Verschlechterung (ZDK, 2026b). Die Werkstatt ist also robuster als der Handel. Robust ist aber nicht dasselbe wie ertragsstark.

Was passiert an Deiner Serviceannahme, wenn der Kunde die Rechnung sieht?

Kurz gesagt: Der Kunde kommt seltener und zahlt mehr, und er weiß das. An der Annahme Deines Autohauses trifft dieses Gefühl auf einen Menschen, der in dreißig Sekunden entscheidet, ob daraus Vertrauen wird oder ein Wechselgrund.

Rund 58 Prozent der Befragten sagen laut DAT-Report, ihre Beziehung zur Werkstatt habe sich grundlegend verändert (DAT, 2026b). Gleichzeitig bleiben 90 Prozent bei derselben Werkstatt. Diese beiden Zahlen widersprechen sich nicht. Sie beschreiben einen Kunden, der bleibt und misstraut. Genau dieser Kunde steht morgen früh vor Deiner Theke.

Die drei Sätze, die den Auftrag kosten

Typisch, verständlich und teuer sind diese Reaktionen:

  • „Die Teile sind halt teurer geworden.“ Der Kunde hört: Sie wollen sich rausreden.
  • „Das ist Herstellervorgabe, da kann ich nichts machen.“ Der Kunde hört: Sie stehen nicht auf meiner Seite.
  • „Ja, ist halt so.“ Der Kunde hört: Mein Geld interessiert hier niemanden.

Keiner dieser Sätze ist böse gemeint. Sie entstehen, weil ein Serviceberater den Kostenvorwurf als Angriff auf seine Ehrlichkeit erlebt und sich verteidigt. Das ist ein Organisationsproblem, kein Charakterproblem. Niemand hat mit dem Team besprochen, wie die Antwort klingen soll.

Die Reihenfolge schlägt die Rechtfertigung

Was stattdessen trägt, ist Sortierung statt Verteidigung. Drei Bausteine, die in jedem Betrieb funktionieren:

  1. Anerkennen, ohne sich zu entschuldigen: „Sie haben recht, das ist deutlich mehr als vor fünf Jahren. Das geht gerade vielen so.“
  2. Sortieren statt verkaufen: „Ich teile Ihnen das in drei Stufen: sicherheitsrelevant und jetzt fällig, wirtschaftlich sinnvoll jetzt, und was bis zum nächsten Termin warten kann.“
  3. Verbindlich verschieben: „Das Dritte notiere ich Ihnen mit Datum. Sie hören im Frühjahr von mir, vorher nicht.“

Der dritte Punkt ist der wirtschaftlich wichtigste, und er wird fast immer vergessen. Aufgeschobene Wartung ist kein verlorener Umsatz. Sie ist verschobener Umsatz, und sie kommt nur zurück, wenn jemand sie wiedervorlegt.

Der Wunschzettel der Kunden ist dabei erstaunlich unspektakulär: 50 Prozent wollen bessere Terminverfügbarkeit, 37 Prozent attraktive Angebote, 35 Prozent bessere Kommunikation, 32 Prozent erweiterte Öffnungszeiten (DAT, 2026a). Nichts davon kostet eine Hebebühne.

Was kostet es Dich, das Servicegeschäft einfach laufen zu lassen?

Kurz gesagt: Nichtstun kostet Dein Autohaus in zwei Währungen. Finanziell über entgangenen Deckungsbeitrag aus nicht wiedervorgelegten Positionen, menschlich über ein Team, das aufhört, Zusatzbedarf überhaupt noch anzusprechen.

Die finanzielle Seite als Modellrechnung

Die folgende Rechnung ist ausdrücklich eine Modellrechnung mit eigenen Annahmen und keine Statistik. Angenommen, Dein Betrieb betreut 3.000 Fahrzeuge und schreibt an der Annahme im Schnitt bei jedem vierten Auftrag eine Position auf, die der Kunde verschiebt. Bei 2.500 Aufträgen im Jahr sind das 625 verschobene Positionen. Angenommen weiter, eine solche Position trägt im Mittel 180 Euro Umsatz bei 55 Prozent Deckungsbeitrag. Wer nichts wiedervorlegt und die Hälfte davon endgültig verliert, verzichtet auf rund 31.000 Euro Deckungsbeitrag im Jahr.

Dazu kommen die stillen Posten: blockierte Hebebühnenplätze durch schlecht getaktete Termine, Nacharbeit durch unvollständige Auftragsannahme, verlängerte Standzeiten durch Teile, die erst nach der Demontage bestellt werden. Jeder dieser Posten ist im Dealer-Management-System sichtbar, sobald jemand hinschaut.

Die menschliche Seite in vier Stufen

Unzufriedenheit im Team verläuft in vier Stufen, und die Geschäftsleitung sieht die ersten beiden nicht:

  1. Still. Der Serviceberater ärgert sich über den Kunden, der ihm Abzocke unterstellt, sagt nichts und geht genervt nach Hause. Nach außen läuft alles.
  2. Rückzug. Er hört auf, Zusatzbedarf anzusprechen, weil er keine Lust auf die Diskussion hat. Die Annahmequote sinkt, ohne dass jemand die Ursache kennt.
  3. Murren. Jetzt wird es hörbar, in der Pause, an der Teiletheke, vor dem Kunden. Die Haltung überträgt sich auf das Team.
  4. Kündigung. Erst innerlich, dann auf dem Papier. Es geht meist nicht der Schwächste, sondern der, der am schnellsten etwas Neues findet.

Der richtige Zeitpunkt zum Handeln ist Stufe 1. Stufe 1 wird nur durch eine anonyme Befragung sichtbar, weil niemand freiwillig sagt, dass er innerlich aufgibt.

Wo die Daten aufhören

Belegt ist: Verschleißreparaturen je Pkw sind von 0,51 auf 0,35 gefallen, Wartungs- und Reparaturkosten sind deutlich gestiegen, der Servicebereich Pkw wuchs 2025 nominal um 0,8 Prozent, und Reparatur und Inspektion verteuerten sich im März 2026 um 4,1 Prozent gegenüber dem Vorjahr (DAT, 2026a; ZDK, 2026a; Destatis, 2026).

Nicht belegt ist die Höhe der Umsatzrendite, die hinter der Aussage des Instituts steht. Der entsprechende Satz steht im AUTOHAUS-Beitrag hinter einer Bezahlschranke und ließ sich nicht vollständig prüfen. Er wird hier deshalb nicht zitiert.

Widersprüchlich ist die Teilepreisfrage. Das Institut nennt steigende Teilepreise als Belastungsfaktor. Der Verbraucherpreisindex weist für Ersatzteile und Zubehör im März 2026 dagegen ein Minus von 1,3 Prozent aus (Destatis, 2026). Beides kann zutreffen, weil der Verbraucherindex Endkundenpreise im Einzelhandel misst und nicht die Einkaufspreise einer Vertragswerkstatt. Sauber auflösen lässt sich das aus öffentlichen Quellen nicht. Die eigene Einkaufsstatistik ist hier verlässlicher als jede Branchenzahl.

Ebenfalls nicht belegbar ist, wie viele Betriebe ihre Hochvolt-Ausrüstung bereits amortisiert haben. Dazu existiert keine öffentliche Erhebung.

Welche Zahlen brauchst Du, bevor Du über den Hochvolt-Arbeitsplatz entscheidest?

Kurz gesagt: Hochvolt, Batteriediagnose und Cybersicherheit sind für Dein Autohaus mittelfristig nicht verhandelbar. Die Frage ist nicht ob, sondern in welcher Reihenfolge, in welchem Umfang und ob allein oder gemeinsam mit einem Nachbarbetrieb.

Sieben Zahlen gehören auf den Tisch, bevor die Investition freigegeben wird:

  1. Deckungsbeitrag III je Sparte, getrennt nach Service, Teile, Neuwagen, Gebrauchtwagen. Umsatz sagt hier nichts.
  2. Freie produktive Werkstattstunden, gemessen über acht Wochen, nicht geschätzt.
  3. Anzahl hochvoltqualifizierter Mitarbeitender und deren tatsächliche Restkapazität nach Abzug der Krankheits- und Urlaubstage.
  4. Elektroanteil im betreuten Bestand, und zwar die Entwicklung der letzten drei Jahre, nicht der Stichtag.
  5. Altersstruktur des Bestands. Ein Bestand mit Schwerpunkt bei acht Jahren plus verhält sich völlig anders als einer mit Leasingrückläufern.
  6. Nacharbeitsquote der letzten zwölf Monate. Wer heute Nacharbeit hat, bekommt sie bei neuer Technik doppelt.
  7. Kapitalbindung und Umschlagshäufigkeit im Teilelager. Häufig liegt dort mehr Geld als in der geplanten Investition.

Die Arbeits- und Organisationspsychologin Sonja Lang und ihr Team der ErVer Unternehmensberatung arbeiten mit Autohäusern von 20 bis 400 Mitarbeitenden. Erfahrungsgemäß scheitert eine Aftersales-Investition selten an der Technik. Sie scheitert an einer Auslastung, die niemand vorher gemessen hat, und an einer Qualifizierung, die parallel zum Tagesgeschäft laufen sollte und deshalb nie stattfand.

Für Betriebe mit geringem Elektroaufkommen ist die Vollausstattung oft die teuerste aller Varianten. Eine Kooperation mit einem Nachbarbetrieb, ein gemeinsamer Hochvolt-Arbeitsplatz oder ein spezialisierter Partner kann die Servicefähigkeit sichern, ohne die Liquidität zu binden. Das ist keine Schwäche, sondern Rechnen.

Wie nutzt Du beide Enden dieser Sache?

Kurz gesagt: Jede Sparwelle hat einen Anfang und ein Ende. Dein Autohaus kann in der Phase der Zurückhaltung den Wert je Durchgang erhöhen und gleichzeitig eine Wiedervorlage aufbauen, die genau dann zündet, wenn die Kaufkraft zurückkommt.

Das vordere Ende: jetzt

Wenn die Zahl der Durchgänge sinkt, bleibt der Wert je Durchgang die einzige Stellschraube, die vollständig in Deiner Hand liegt. Dazu gehören eine vollständige Auftragsannahme am Fahrzeug statt am Tresen, ein schriftlicher Dreistufenvorschlag und eine Terminvergabe, die kürzere Vorlaufzeiten zulässt.

Hier lohnt ein Blick auf die Erwartung der jüngeren Kunden. In einer Tjekvik-Umfrage würden 45 Prozent der deutschen Fahrzeughalter Self-Service-Angebote bei der Fahrzeugübergabe nutzen, bei den 18- bis 24-Jährigen sind es 69 Prozent und bei den 25- bis 34-Jährigen 66 Prozent. Häufigster Grund mit 41 Prozent: keine Warteschlange (AUTOHAUS, 2026). Wer Terminals aufstellt, ohne die Annahme dahinter zu ordnen, verlagert allerdings nur den Engpass.

Das hintere Ende: wenn alle anderen das Thema fallen lassen

Der wertvollste Moment kommt später. Sobald die Kaufkraft anzieht, holen Kunden das Aufgeschobene nach. Der Betrieb, der eine datierte Wiedervorlageliste hat, ruft an. Alle anderen warten darauf, dass der Kunde von selbst kommt, und der geht dorthin, wo er zuerst angesprochen wurde.

Dasselbe gilt für die Hochvolt-Qualifizierung. Wer sie jetzt aufbaut, während die Auslastung Luft hat, kann später Kapazität an Nachbarbetriebe verkaufen, die zu spät angefangen haben. Aus der Pflichtinvestition wird dann eine Ertragsquelle.

Wer hilft Dir bei so einer Einordnung, und wer besser nicht?

Kurz gesagt: Ein Konzept von außen verändert in Deinem Autohaus nichts. Was etwas verändert, ist jemand, der mit an der Annahme steht, mit der Disposition rechnet und so lange bleibt, bis die neue Routine ohne ihn läuft.

Die ErVer Unternehmensberatung arbeitet als Umsetzungsbegleitung und nicht als Gutachter. Hinter jedem Projekt steht ein fester Ansprechpartner und ein Team aus Arbeitspsychologen, Kommunikationsfachleuten und Strategen. Der Beratungsansatz ist durch den TÜV Rheinland nach ISO 9001 zertifiziert. Die Gefährdungsbeurteilung psychischer Belastung wird nach den GDA-Leitlinien rechtskonform miterledigt, was gerade bei Umbauten im Serviceprozess ohnehin ansteht.

Der Unterschied zu selbsternannten Coaches liegt in der Qualifikation und in der Verweildauer. Sonja Lang und ihr Team kommen aus der Arbeits- und Organisationspsychologie und aus langjähriger Unternehmensberatung. Ein Motivationstag verändert die Annahmequote nicht. Eine erarbeitete Sprachregelung, eine saubere Wiedervorlage und eine gemessene Kapazitätsplanung tun es.

Und die ehrliche Grenze dazu: Kein Berater bringt Kaufkraft zurück, senkt Teilepreise oder verhindert, dass Elektrofahrzeuge weniger Wartungsumfänge haben. Diese Rahmenbedingungen bleiben. Beeinflussbar sind der Anteil, den Dein Betrieb davon auffängt, und die Geschwindigkeit, mit der er reagiert. Wenn ein Betrieb strukturell zu klein für seinen Markenanspruch ist, wird auch die beste Organisation das nicht auflösen. Dann ist die ehrlichere Frage, ob Kooperation, Spezialisierung oder Nachfolge der bessere Weg ist.

Wie entscheidest Du jetzt?

Kurz gesagt: Drei Schritte reichen für den Anfang, und alle drei kann Dein Autohaus in der kommenden Woche gehen, ohne einen Euro zu investieren.

  1. Miss die Annahmequote. Zähle eine Woche lang, wie viele vorgeschlagene Zusatzpositionen beauftragt werden. Der Wert ist Deine Basis.
  2. Erarbeite die Sprachregelung. Dreißig Minuten mit Annahme, Teiledienst und Werkstattleitung reichen für die drei Bausteine aus diesem Beitrag.
  3. Baue die Wiedervorlage. Jede verschobene Position bekommt ein Datum und einen Namen. Ohne Datum passiert nichts.

Wenn das bei Dir gerade ein Thema ist, lohnt ein Gespräch. Eine Ist-Analyse und ein gemeinsamer Blick darauf, wohin die Reise unternehmerisch gehen darf, ist ohnehin nie verkehrt. Der Klartext-Call ist kostenlos und unverbindlich.

ErVer Unternehmensberatung
Von-Papen-Anger 2, 59457 Werl
Telefon +49 (0) 2922 912 11 89
info@erver-unternehmensberatung.de

Häufige Fragen zum Servicegeschäft im Autohaus

Kurz gesagt: Die häufigsten Rückfragen aus Autohaus-Geschäftsleitungen zur Ertragslage im Aftersales, kurz beantwortet und mit Quelle.

Verliert das Werkstattgeschäft wirklich an Ertragskraft?
Das Institut für Automobilwirtschaft beschreibt es so: Der Bereich stützt den Betrieb weiterhin, verliert aber an wirtschaftlicher Kraft. Als Gründe nennt es aufgeschobene Wartungen, steigende Arbeits- und Teilepreise und hohen Investitionsbedarf (Schmid, 2026).

Wie stark sind die Werkstattdurchgänge zurückgegangen?
Verschleißreparaturen je Pkw sind laut DAT-Report 2026 von 0,51 im Jahr 2019 auf 0,35 im Jahr 2025 gefallen (DAT, 2026a).

Was kostet eine Wartung im Schnitt?
542 Euro, eine Reparatur 604 Euro. Beide Werte liegen rund 27 beziehungsweise 30 Prozent über dem Niveau vor der Preiswelle (DAT, 2026a).

Wechseln die Kunden deshalb zur freien Werkstatt?
Nicht in erster Linie. 90 Prozent bleiben bei derselben Werkstatt, aber rund 60 Prozent haben ihr Verhalten wegen der Kosten verändert und lassen nur noch das Nötigste machen (DAT, 2026a; DAT, 2026b).

Fragen zu Investitionen und Organisation

Lohnt sich ein eigener Hochvolt-Arbeitsplatz?
Das hängt vom Elektroanteil im betreuten Bestand und von der freien produktiven Kapazität ab. Bei geringem Aufkommen ist eine Kooperation mit einem Nachbarbetrieb häufig wirtschaftlicher als die Vollausstattung.

Wie hoch war der Umsatz im Servicebereich Pkw zuletzt?
Rund 36,6 Milliarden Euro im Jahr 2025, ein Plus von 0,8 Prozent, während der Gesamtumsatz des Kfz-Gewerbes um 3,65 Prozent auf 210,8 Milliarden Euro sank (ZDK, 2026a).

Wie stark sind die Werkstattpreise gestiegen?
Reparatur und Inspektion verteuerten sich im März 2026 um 4,1 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Autofahren insgesamt wurde um 6,7 Prozent teurer, die allgemeinen Verbraucherpreise stiegen um 2,7 Prozent (Destatis, 2026).

Wollen Kunden wirklich Self-Service an der Annahme?
45 Prozent der deutschen Fahrzeughalter würden solche Angebote nutzen, bei den 18- bis 24-Jährigen 69 Prozent. Hauptgrund ist mit 41 Prozent das Vermeiden von Warteschlangen (AUTOHAUS, 2026).

Was ist der schnellste Hebel ohne Investition?
Eine datierte Wiedervorlage für jede verschobene Position und eine abgestimmte Sprachregelung an der Serviceannahme.

Quellen

  1. AUTOHAUS. (2026, 18. September). Digital statt analog: Junge Kunden wollen Self-Service im Autohaus. https://www.autohaus.de/nachrichten/autohandel/digital-statt-analog-junge-kunden-wollen-self-service-im-autohaus-3904074
  2. Deutsche Automobil Treuhand. (2026a). DAT-Report 2026. Zitiert nach autoservicepraxis, „DAT-Report 2026: Werkstattbesuche werden seltener, aber teurer“, 27. Januar 2026. https://www.autoservicepraxis.de/nachrichten/kfz-werkstatt/dat-report-2026-werkstattbesuche-werden-seltener-aber-teurer-3760618
  3. Deutsche Automobil Treuhand. (2026b). DAT-Report 2026. Zitiert nach Otto, I., schaden.news, „DAT-Report 2026: Autofahrer werden kritischer“, 27. Januar 2026. https://schaden.news/de/article/link/44880/dat-report-2026
  4. Institut für Automobilwirtschaft. (o. J.). Vita Prof. Dr. Stefan Reindl. https://www.ifa-info.de/vita-prof-dr-stefan-reindl
  5. Matkarimova, M. (2026, 9. September). Sieben Marken sichern sich neuen Aftersales-Award. kfz-betrieb. https://www.kfz-betrieb.vogel.de/sieben-marken-sichern-sich-neuen-aftersales-award-a-e8c456efa8a28612d6715aa7852ff1a9/
  6. Schmid, S. (2026, 21. September). Automotive Aftersales Awards: Wohin sich der Service entwickelt. AUTOHAUS. https://www.autohaus.de/nachrichten/autohandel/wohin-sich-der-service-entwickelt-3903715
  7. Statistisches Bundesamt. (2026, 13. April). Preise rund ums Autofahren im März 2026 um 6,7 Prozent höher als ein Jahr zuvor (Pressemitteilung N022). https://www.destatis.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/2026/04/PD26_N022_61.html
  8. Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe. (2026a). Zahlen und Fakten, Branchendaten Kfz-Gewerbe 2025. https://www.kfzgewerbe.de/verband/zahlen-fakten
  9. Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe. (2026b, 1. September). ZDK-Halbjahresumfrage: Kfz-Gewerbe bleibt trotz guter E-Auto-Absätze unter Druck. https://www.verbaende.com/news/pressemitteilung/zdk-halbjahresumfrage-kfz-gewerbe-bleibt-trotz-guter-e-auto-absaetze-unter-druck-174268/

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