Die kurze Antwort
Eine Zweitmarke im Autohaus ist keine Sortimentsfrage, sondern eine Kapazitätsfrage. Das Autohaus Brockamp im rheinland-pfälzischen Wissen hat die chinesische Marke Geely zum 1. September 2026 neben seiner Ford-Vertretung ins Programm genommen und am 19. September mit einer Hausveranstaltung gefeiert (AK-Kurier, 2026). Geely hatte zu diesem Zeitpunkt bundesweit bereits über 40 Partnerverträge unterschrieben und will bis Ende 2026 auf mindestens 50 Vertriebs- und Servicestandorte kommen (AUTOHAUS, 2026). Wenn der Anruf bei Dir noch nicht gekommen ist, kommt er.
Dein Gewinn daraus:
- Du weißt, welche sechs Kennzahlen auf dem Tisch liegen müssen, bevor ein Zweitmarkenvertrag unterschrieben wird.
- Die drei Stellen, an denen eine zweite Marke zuerst weh tut, kennst Du vorher: Teiletheke, Hebebühne, Serviceannahme.
- Deine Serviceannahme bekommt die Sätze, mit denen sie verunsicherte Stammkunden auffängt, statt sie zur freien Werkstatt zu schicken.
- Warum der Werkstattertrag einer jungen Marke erst in Jahr drei bis fünf ankommt, steht in Deiner Liquiditätsplanung, bevor es Dich überrascht.
- Ein sauber begründetes Nein erkennst Du als das, was es ist: eine gute unternehmerische Entscheidung.
Was ist in Wissen eigentlich passiert?
Kurz gesagt
Ein inhabergeführtes Ford-Autohaus hat sich eine chinesische Marke als zweites Standbein ins Haus geholt, ohne neu zu bauen und ohne den Standort zu wechseln. Werkstatt und Ansprechpartner bleiben dieselben. Genau diese Variante steht gerade Dutzenden Autohäusern in Deutschland bevor.
Am 19. September 2026 hat das Autohaus Brockamp in Wissen von 10 bis 16 Uhr die Marke Geely offiziell im Haus vorgestellt, mit Fahrzeugausstellung, Probefahrten und Bewirtung. Ins Sortiment aufgenommen wurde die Marke bereits zum 1. September. Der AK-Kurier beschreibt den Schritt nüchtern und richtig: „Werkstatt und Ansprechpartner bleiben dieselben, das Autohaus Brockamp wird mit Geely lediglich um ein zweites Standbein erweitert“ (AK-Kurier, 2026).
Drei Modelle machen den Anfang. Der vollelektrische Geely E2 kommt auf 252 bis 345 Kilometer Reichweite und lädt von 30 auf 80 Prozent in 19 Minuten. Beim E5 nennt der Bericht bis zu 475 Kilometer nach WLTP und fünf Sterne im Euro-NCAP-Test. Der Plug-in-Hybrid Starray EM-i schafft 83 bis 136 Kilometer rein elektrisch und 1.055 Kilometer insgesamt. Auf Fahrzeug und Hochvoltbatterie gibt der Hersteller acht Jahre oder 200.000 Kilometer Garantie (AK-Kurier, 2026).
Der AK-Kurier hat das sauber und ohne Getöse aufbereitet. Interessant ist nicht die Veranstaltung. Interessant ist die betriebswirtschaftliche Entscheidung dahinter, und die trifft in den nächsten Monaten eine dreistellige Zahl von Häusern.
Warum ruft der Importeur ausgerechnet jetzt bei Dir an?
Kurz gesagt
Geely baut in Deutschland in rasendem Tempo ein Netz auf und braucht dafür genau die Betriebe, die schon eine funktionierende Werkstatt haben. Dein Autohaus ist deshalb interessant, weil die Infrastruktur steht. Das ist ein Kompliment und ein Risiko zugleich.
Im Juli 2026 zählte Geely in Deutschland zehn aktive Standorte und über 40 unterzeichnete Partnerverträge, Ziel sind mindestens 50 Vertriebs- und Servicestandorte bis Jahresende (AUTOHAUS, 2026). Für Ende 2027 stehen 150 Autohäuser im Plan (autonotizen.de, 2026). Philipp Hempel, Executive Director Geely Auto Deutschland, formuliert den Anspruch deutlich: „Unser Ziel ist nicht einfach ein großes Händlernetz, sondern ein leistungsfähiges Netzwerk mit vollständig servicefähigen Partnern“ (AUTOHAUS, 2026).
Vertrieben wird klassisch über Vertragshändler, nicht über ein Agenturmodell. Hempel begründet das so: „Unsere Kunden erwarten nach wie vor einen klassischen Ansprechpartner vor Ort“ (firmenauto, 2026b). Das bedeutet für Dich: volles Händlerrisiko, volle Händlermarge, volle Verantwortung für Bestand und Restwert.
Die Stammmarke liefert das Motiv
Der zweite Grund liegt nicht in China, sondern in Deiner eigenen Marke. Im August 2026 wurden in Deutschland 212.563 Pkw neu zugelassen, 2,6 Prozent mehr als im Vorjahresmonat. Volkswagen verlor in diesem Monat 14,0 Prozent, Audi 16,5 Prozent, Opel 8,7 Prozent (KBA, 2026). Gleichzeitig ist der Gesamtumsatz des deutschen Kfz-Gewerbes von 218,8 Milliarden Euro im Jahr 2024 auf rund 210,8 Milliarden Euro im Jahr 2025 gesunken (ZDK, 2025).
Wenn die Stammmarke schwächelt, wirkt ein zweites Schild am Haus wie eine Antwort. Manchmal ist es das auch. Oft ist es nur eine Beschäftigung mit dem Gefühl, etwas tun zu müssen.
Wo landet eine Zweitmarke wirklich in Deinem Betrieb?
Kurz gesagt
Eine zweite Marke kommt nicht im Schauraum an, sondern an der Teiletheke, auf der Hebebühne und in der Serviceannahme. In jedem Autohaus sind das die drei Engstellen, die vorher schon eng waren. Wer sie nicht vorher rechnet, merkt den Fehler erst im dritten Quartal.
Die Teiletheke
Ersatzteile kommen zum Start aus Amsterdam, ein Zentrallager in Deutschland befindet sich im Aufbau (autonotizen.de, 2026). Für Deinen Teiledienst heißt das in der Übergangszeit: längere Lieferzeiten, mehr Rückfragen, mehr erklärungsbedürftige Termine. Und für jede neue Marke bindest Du zusätzliches Kapital in einem Lagersortiment, dessen Umschlagshäufigkeit Du noch nicht kennst.
Die Hebebühne
Zwei der drei Startmodelle sind reine Elektrofahrzeuge, das dritte ist ein Plug-in-Hybrid. Arbeiten am Hochvoltsystem brauchen qualifiziertes Personal, einen freigegebenen Arbeitsplatz und Ladepunkte auf dem Hof. Jede dieser Reparaturen konkurriert um dieselben Bühnenplätze wie Dein bestehendes Geschäft. Die entscheidende Frage lautet nicht, ob Deine Leute das können. Sie lautet, wie viele produktive Stunden Du überhaupt noch frei hast.
Die Serviceannahme
Hier treffen beide Welten aufeinander. Ein Serviceberater muss zwei Garantielogiken, zwei Ersatzteilwege und zwei Kundentypen im Kopf haben. Der Geely-Käufer ist preisbewusst, technikaffin und gut informiert. Er testet Deinen Betrieb bei der ersten Rückfrage. Der Ford-Stammkunde dagegen sieht beim Reinkommen Autos, die er nicht einordnen kann.
Was macht die zweite Marke mit Deinen Kunden und Deinem Team?
Kurz gesagt
Stammkunden lesen ein zweites Markenschild als Signal über die Zukunft Deines Autohauses, nicht als Angebotserweiterung. Fängt die Annahme dieses Signal nicht auf, wandert Werkstattumsatz ab. Die passende Sprachregelung kostet eine halbe Stunde und wirkt sofort.
Stell Dir den Kunden vor, der seit zwanzig Jahren seinen Ford bei Euch fahren lässt. Er kommt zur Inspektion und steht plötzlich vor drei Autos einer Marke, die er nicht kennt. Was er denkt, sagt er nicht. Es klingt ungefähr so: Ist Ford hier bald weg? Bin ich noch der wichtige Kunde? Wird mein Auto jetzt zweitrangig behandelt?
Der teuerste Satz an der Annahme lautet in dieser Situation: „Ford läuft halt nicht mehr so.“ Fast genauso schädlich ist: „Das ist was ganz anderes, damit haben die Kollegen zu tun.“ Beide Sätze bestätigen genau die Befürchtung, mit der der Kunde hereingekommen ist. Und vor ihm liegt in diesem Moment eine Werkstattrechnung.
Die drei Sätze, die tragen
Zugehörigkeit bestätigen: „Ihr Ford bleibt hier genauso zu Hause wie vorher, dafür sind dieselben Leute zuständig.“ Einordnen: „Die zweite Marke sichert unsere Werkstatt langfristig ab, das kommt Ihnen zugute.“ Wahl lassen: „Wenn Sie irgendwann mal reinschauen wollen, zeige ich Ihnen die Autos gern, ohne Verkaufsgespräch.“
Warum das kein Wohlfühlthema ist, zeigt der Blick auf das Werkstattverhalten. Bei Verschleißreparaturen kamen freie Werkstätten 2022 auf 56 Prozent Marktanteil, Markenbetriebe auf 31 Prozent (DAT, 2023). Gehobene Häuser sind hier besonders verwundbar, weil der höhere Stundenverrechnungssatz nur getragen wird, solange der Kunde spürt, dass sein Geld ernst genommen wird.
Und Dein Team? Eine zweite Marke ohne klare Ansage ist stille Arbeitsverdichtung. Niemand hat die Rolle des Geely-Verantwortlichen ausgeschrieben, niemand hat die Mehrarbeit bepreist, trotzdem ist sie da.
Was kostet es, die Entscheidung einfach laufen zu lassen?
Kurz gesagt
Nichtstun heißt in diesem Fall nicht, keinen Vertrag zu unterschreiben. Nichtstun heißt, ihn zu unterschreiben, ohne die Kapazität vorher zu rechnen. Jedes Autohaus zahlt das in unproduktiven Stunden, längeren Standzeiten und am Ende in Fluktuation.
Finanziell
Eine Modellrechnung mit eigenen Annahmen, ausdrücklich keine Statistik. Angenommen, Dein Betrieb hat zwölf produktive Mitarbeitende in der Werkstatt und eine bereits hohe Auslastung. Die zweite Marke bringt im ersten Jahr geschätzte 120 zusätzliche Werkstattaufträge. Jeder Auftrag verursacht durch fehlende Routine, Teilewege über Amsterdam und Rückfragen beim Importeur nur 30 Minuten zusätzliche unproduktive Zeit. Das sind 60 Stunden im Jahr. Bei einem entgangenen Deckungsbeitrag von 60 Euro je produktiver Stunde fehlen 3.600 Euro, ohne dass eine einzige Rechnung schlechter geworden wäre.
Dazu kommen Kapitalbindung im neuen Teilesortiment, Schulungstage außerhalb des Betriebs, Ausstellungsfläche, die vorher Gebrauchtwagen getragen hat, und Restwertrisiko bei einer jungen Marke ohne Gebrauchtwagenhistorie. Keine dieser Positionen ist dramatisch. Zusammen ergeben sie schnell eine fünfstellige Summe.
Menschlich
Unzufriedenheit läuft in vier Stufen ab, und die Geschäftsleitung sieht die ersten beiden nicht.
- Still. Der Serviceberater ärgert sich über die dritte Rückfrage zu einem Teil aus Amsterdam, sagt nichts und geht genervt nach Hause.
- Rückzug. Er hört auf mitzudenken, meldet Verbesserungsideen nicht mehr, weil sich ja doch nichts ändert.
- Murren. Jetzt wird es hörbar, in der Pause, an der Teiletheke, vor dem Kunden. Die Haltung überträgt sich.
- Kündigung. Erst innerlich, dann auf dem Papier. Es geht meist nicht der Schwächste, sondern der, der am schnellsten etwas Neues findet.
Der richtige Zeitpunkt zum Handeln ist Stufe 1. Sichtbar wird Stufe 1 nur durch eine anonyme Befragung, nicht im Flurgespräch und nicht im Jahresgespräch.
Welche Zahlen brauchst Du, bevor Du unterschreibst?
Kurz gesagt
Sechs Kennzahlen entscheiden, ob eine Zweitmarke Deinem Autohaus nützt oder es überlastet. Keine davon steht im Prospekt des Importeurs. Alle sechs liegen in Deinem Dealer-Management-System oder lassen sich in zwei Wochen erheben.
- Deckungsbeitrag III je Sparte, getrennt nach Neuwagen, Gebrauchtwagen, Service und Teilen. Umsatz sagt hier nichts.
- Freie produktive Werkstattstunden pro Monat, gemessen, nicht geschätzt. Gefühlte Auslastung liegt fast immer daneben.
- Anzahl der für Hochvoltsysteme qualifizierten Mitarbeitenden und deren tatsächliche Restkapazität.
- Altersstruktur Deines betreuten Fahrzeugbestands. Fahrzeuge unter vier Jahren gehen zu 78 Prozent in die Markenwerkstatt, Fahrzeuge ab zehn Jahren nur noch zu 23 Prozent (DAT, 2023).
- Fluktuation und Krankenstand der letzten 24 Monate. Ein Team, das gerade zwei Leute verloren hat, trägt keine zweite Marke.
- Kapitalbindung und Umschlagshäufigkeit im Teilelager, als Ausgangswert für das Zusatzsortiment.
Fragen, die vor der Empfehlung geklärt sein müssen
Wer im Haus verantwortet die neue Marke namentlich, und was gibt diese Person dafür ab? Welche Fläche verliert welche Sparte? Wie lange dauert ein Teil aus Amsterdam im schlechtesten Fall, und wer sagt das dem Kunden? Ab welcher Stückzahl trägt sich die Sache, und was passiert, wenn diese Stückzahl in Jahr zwei nicht erreicht wird? Welchen Ausstieg sieht der Vertrag vor?
Wie nutzt Du beide Enden der Sache?
Kurz gesagt
Am Anfang einer Marke ist die Verhandlungsposition Deines Autohauses am besten und der Werkstattertrag am kleinsten. Am Ende der Aufbauphase kehrt sich beides um. Wer das weiß, verhandelt heute anders und plant die Liquidität anders.
Das eine Ende ist der Einstieg. Geely will von rund zehn Standorten im Sommer 2026 auf 150 Häuser bis Ende 2027 (AUTOHAUS, 2026; autonotizen.de, 2026). Solange der Importeur Partner sucht, hat ein Betrieb mit funktionierender Werkstatt Verhandlungsmacht: bei Investitionszuschüssen, bei Gebietsschutz, bei Schulungskontingenten, bei der Ausstiegsklausel. Diese Macht schrumpft mit jedem unterschriebenen Vertrag in Deiner Region.
Das andere Ende ist der Ertrag. Neue Marke heißt neue Fahrzeuge, und neue Fahrzeuge bringen kaum Werkstattumsatz. Der kommt, wenn der erste Garantiezeitraum ausläuft und die Verschleißreparaturen einsetzen, also frühestens in Jahr drei. Bis dahin finanzierst Du vor. Wer das offen in die Liquiditätsplanung schreibt, erlebt keine böse Überraschung im zweiten Winter.
Und dann gibt es noch das Ende, das fast alle übersehen: den Gebrauchtwagenrückfluss. In drei bis vier Jahren kommen die ersten Leasingrückläufer dieser Marke in den Markt. Wer bis dahin Bewertungskompetenz, Aufbereitungsprozess und Restwertlogik aufgebaut hat, macht dort das Geschäft. Der Zeitpunkt, an dem alle anderen das Thema gedanklich abhaken, ist meist der wertvollste.
Wo die Daten aufhören
Belegt ist: der Vorgang in Wissen, die Modelldaten, die Netzziele von Geely, die Zulassungszahlen des Kraftfahrt-Bundesamtes, die Umsatzzahlen des ZDK und die Werkstattanteile aus dem DAT-Report 2023. Nicht belegt und deshalb hier auch nicht behauptet: wie viele Mitarbeitende das Autohaus Brockamp hat, welche Konditionen Geely seinen Partnern einräumt, welche Investitionssumme ein Einstieg erfordert und wie viele Fahrzeuge ein durchschnittlicher Partner im ersten Jahr absetzt. Zu keiner dieser Fragen existiert eine öffentlich zugängliche, belastbare Quelle. Die Modellrechnung oben beruht auf eigenen Annahmen und ersetzt keine Kalkulation mit Deinen Zahlen.
Wer hilft Dir bei so einer Entscheidung, und wer besser nicht?
Kurz gesagt
Eine Zweitmarkenentscheidung ist zur Hälfte eine Rechnung und zur Hälfte eine Frage der Organisation. Ein Autohaus braucht dafür jemanden, der beides kann und danach im Haus bleibt. Ein Konzeptpapier allein verändert an der Hebebühne gar nichts.
Die Arbeits- und Organisationspsychologin Sonja Lang und ihr Team der ErVer Unternehmensberatung arbeiten mit Autohäusern von 20 bis 400 Mitarbeitenden. Der Unterschied liegt in der Umsetzungsbegleitung: keine Analyse, die als PDF in der Schublade landet, sondern eine Ist-Analyse, aus der ein Plan mit Terminen, Verantwortlichen und einem festen Ansprechpartner wird, der auch dann noch da ist, wenn es im dritten Monat hakt.
Hinter jedem Projekt steht ein Team aus Arbeitspsychologen, Kommunikationsfachleuten und Strategen. Der Ansatz ist durch den TÜV Rheinland nach ISO 9001 zertifiziert. Die Gefährdungsbeurteilung psychischer Belastung wird nach den GDA-Leitlinien rechtskonform miterledigt, was gerade bei Umbauphasen im Betrieb doppelt nützlich ist. Das ist etwas anderes als ein selbsternannter Coach mit Wochenendzertifikat.
Und die Grenzen
Ehrlich gesagt: Die ErVer Unternehmensberatung verhandelt keinen Händlervertrag für Dich und ersetzt weder Deinen Steuerberater noch Deinen Fachanwalt für Vertriebsrecht. Sie sagt Dir auch nicht, ob Geely in fünf Jahren noch am Markt ist. Das weiß niemand. Was sie kann: Dir sauber ausrechnen, ob Dein Haus die zweite Marke organisatorisch trägt, und mit Deinen Leuten den Prozess bauen, der aus einem Schild am Tor ein funktionierendes Geschäft macht.
Wie entscheidest Du jetzt?
Kurz gesagt
Zwei Wochen Datenerhebung und ein Nachmittag mit dem Führungskreis reichen, um die Frage für Dein Autohaus zu beantworten. Das ist deutlich weniger Aufwand als ein Jahr mit einer Marke, die nicht passt. Und ein begründetes Nein ist ein gutes Ergebnis.
Nimm Dir die sechs Kennzahlen aus dem Abschnitt weiter oben und lass sie erheben. Setz Dich danach mit Serviceleitung, Teiledienst und Verkaufsleitung an einen Tisch und geh die Fragenliste durch. Wenn danach alle drei sagen, dass die Kapazität da ist, hast Du eine belastbare Grundlage. Wenn einer von ihnen zögert, hast Du eine noch wertvollere Information.
Und wenn das Thema bei Dir gerade ein Thema ist, lohnt ein Gespräch. Der Klartext-Call bei der ErVer Unternehmensberatung ist kostenlos und unverbindlich. Eine Ist-Analyse und ein gemeinsamer Blick darauf, wohin die Reise unternehmerisch gehen darf, ist ohnehin nie verkehrt, ganz gleich, wie die Zweitmarkenfrage am Ende ausgeht.
ErVer Unternehmensberatung, Von-Papen-Anger 2, 59457 Werl, Telefon +49 (0) 2922 912 11 89, info@erver-unternehmensberatung.de
Häufige Fragen zur Zweitmarke im Autohaus
Was ist eine Zweitmarke im Autohaus?
Eine Zweitmarke ist eine zusätzliche Fahrzeugmarke, die ein bestehendes Autohaus neben seiner Stammmarke vertreibt und betreut, in der Regel am selben Standort und mit demselben Personal.
Lohnt sich eine chinesische Zweitmarke für ein Autohaus mit 30 Mitarbeitenden?
Das hängt ausschließlich an der freien Werkstattkapazität und am Deckungsbeitrag III je Sparte. Eine pauschale Antwort gibt es nicht, und wer sie Dir gibt, hat Deine Zahlen nicht gesehen.
Wie viele Standorte plant Geely in Deutschland?
Mindestens 50 Vertriebs- und Servicestandorte bis Ende 2026 und rund 150 Autohäuser bis Ende 2027 (AUTOHAUS, 2026; autonotizen.de, 2026).
Arbeitet Geely mit Vertragshändlern oder im Agenturmodell?
Mit klassischen Vertragshändlern. Philipp Hempel, Executive Director Geely Auto Deutschland, begründet das mit der Kundenerwartung an einen Ansprechpartner vor Ort (firmenauto, 2026b).
Fragen zu Kosten, Risiko und Zeitpunkt
Was kostet die Aufnahme einer Zweitmarke?
Dazu liegt keine belastbare öffentliche Quelle vor. Seriös lässt sich das nur mit den Konditionen des konkreten Vertrags und den eigenen Betriebszahlen rechnen.
Brauche ich für eine elektrische Zweitmarke zusätzliche Qualifikationen?
Ja. Arbeiten an Hochvoltsystemen setzen entsprechend qualifiziertes Personal und einen freigegebenen Arbeitsplatz voraus. Das ist Kapazität, die woanders fehlt.
Wie reagiere ich auf Stammkunden, die die neue Marke kritisch sehen?
Zugehörigkeit bestätigen, den Schritt einordnen, keinen Verkaufsdruck aufbauen. Sätze wie „unsere Stammmarke läuft nicht mehr so“ sind an der Serviceannahme teuer.
Wann ist der beste Zeitpunkt für den Einstieg?
Verhandlungstechnisch früh, weil der Importeur dann noch Partner sucht. Ertragstechnisch spät, weil der Werkstattumsatz erst mit dem Auslaufen der ersten Garantiezeiträume kommt. Diesen Widerspruch muss die Liquiditätsplanung abbilden.
Was passiert, wenn sich die Marke nicht durchsetzt?
Dann bleiben Kapitalbindung im Teilelager, Restwertrisiko im Bestand und gebundene Fläche. Deshalb gehört die Ausstiegsklausel in die Prüfung, bevor unterschrieben wird.
Wie unterstützt die ErVer Unternehmensberatung bei dieser Entscheidung?
Mit einer Ist-Analyse der Kapazitäten, einer Bewertung der organisatorischen Tragfähigkeit und der Umsetzungsbegleitung danach. Der erste Klartext-Call ist kostenlos.
Quellen
AK-Kurier. (2026, 15. September). Geely kommt nach Wissen: Premiere im Autohaus Brockamp am 19. September. https://www.ak-kurier.de/akkurier/www/artikel/175803-geely-kommt-nach-wissen--premiere-im-autohaus-brockamp-am-19--september
AUTOHAUS. (2026, 8. Juli). Geely mit Rekordhalbjahr: Deutschland wird Schlüsselmarkt. https://www.autohaus.de/nachrichten/autohandel/geely-mit-rekordhalbjahr-deutschland-wird-schluesselmarkt-3824741
autonotizen.de. (2026, 26. Juni). China-Konzern mit eigener Marke: Das plant die Volvo-Mutter in Deutschland. https://autonotizen.de/neuigkeiten/geely-marke-china-deutschland-europa-modelle-haendler
Deutsche Automobil Treuhand. (2023). DAT-Report 2023. Zitiert nach schaden.news, 7. Juni 2023. https://schaden.news/de/article/link/43490/langzeittrend-reparatur-wartungsverhalten-freie-werkstaetten
firmenauto. (2026a, 30. April). Geely startet mit Fokus auf Flotten in Deutschland. https://www.firmenauto.de/branche/geely-deutschland-flottenmarkt-e-auto-strategie-start/
firmenauto. (2026b, 27. Juli). Interview zum Geely-Start in Deutschland: Größter China-Importeur werden. https://www.firmenauto.de/branche/geely-philipp-hempel-interview-deutschlandstrategie/
Kraftfahrt-Bundesamt. (2026, 3. September). Fahrzeugzulassungen im August 2026 (Pressemitteilung Nr. 35/2026). https://www.kba.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/Fahrzeugzulassungen/2026/pm35_2026_n_08_26_pm_komplett.html
Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe. (2025). Zahlen & Fakten. https://www.kfzgewerbe.de/verband/zahlen-fakten

