Hersteller in der Ertragskrise: Was der Margendruck für Dein Autohaus bedeutet

Die kurze Antwort

Der Margendruck im Autohaus entsteht gerade nicht im eigenen Betrieb, sondern in den Bilanzen der Hersteller. Volkswagen, Mercedes-Benz und BMW haben im ersten Halbjahr 2026 zusammen 284 Milliarden Euro umgesetzt, 2,9 Prozent weniger als im Vorjahr, und ihr operatives Ergebnis ist um 19,0 Prozent auf 13,0 Milliarden Euro eingebrochen (EY, 2026). Beim Umsatzwachstum belegen die drei Konzerne die Plätze 16, 17 und 19 von 19 untersuchten Herstellern. Solche Zahlen bleiben nie in der Konzernzentrale. Sie kommen als gekürzte Marge, umgebaute Bonussysteme, verschärfte Standards und gestraffte Netze im Handel an, und zwar mit Verzögerung.

Dein Gewinn daraus:

  • Du weißt, an welchen drei Stellen im Betrieb die Herstellerzahlen zuerst ankommen, und siehst sie kommen, statt überrascht zu werden.
  • Deine Serviceannahme bekommt die Sätze, mit denen sie verunsicherte Kunden hält, statt sie zur freien Werkstatt zu schicken.
  • Sieben Kennzahlen liegen auf dem Tisch, bevor Du über die Ertragsbasis der nächsten 24 Monate entscheidest.
  • Du gehst mit Zahlen in die nächste Vertragsrunde, nicht mit einem Gefühl.
  • Der Zeitpunkt, an dem alle anderen das Thema fallen lassen, wird für Dich zum Vorsprung statt zum blinden Fleck.

Was haben 19 Prozent weniger Konzerngewinn mit Deinem Autohaus zu tun?

Kurz gesagt

Ein Hersteller, dessen operatives Ergebnis um ein Fünftel einbricht, spart. Gespart wird selten in der Entwicklung und fast immer dort, wo es schnell geht: bei Vertriebskosten, Boni und Netzdichte. Für ein Autohaus heißt das, dass die Rahmenbedingungen des eigenen Geschäfts von jemandem neu geschrieben werden, der dabei nicht an Deinen Standort denkt.

Die Prüfungs- und Beratungsgesellschaft EY hat am 20. September 2026 die Halbjahresbilanzen von 19 großen Automobilkonzernen ausgewertet. Das Ergebnis ist unangenehm eindeutig: Während die 19 Hersteller zusammen 3,6 Prozent mehr umsetzten, nämlich 1.048 Milliarden Euro, und ihren operativen Gewinn um 11,4 Prozent auf 43,7 Milliarden Euro steigerten, ging es bei den deutschen Konzernen in die andere Richtung (EY, 2026).

Die Zahlen, um die es geht

Umsatz von Volkswagen, Mercedes-Benz und BMW im ersten Halbjahr 2026: 284 Milliarden Euro, ein Minus von 2,9 Prozent. Operatives Ergebnis: 13,0 Milliarden Euro, ein Minus von 19,0 Prozent und damit der niedrigste Wert seit dem Pandemiejahr 2020 (AUTOHAUS, 2026). Die EBIT-Marge der deutschen Hersteller fiel von 5,5 auf 4,6 Prozent, der Branchenschnitt stieg dagegen leicht auf 4,2 Prozent. Der Absatz der drei Konzerne sank um 6 Prozent (EY, 2026).

Besonders hart trifft der Rückzug aus China. Dort verkauften die deutschen Hersteller im ersten Halbjahr 25 Prozent weniger Fahrzeuge, der Anteil Chinas am weltweiten Absatz fiel von 28,9 auf 23,5 Prozent (EY, 2026). Zum Vergleich: Ford, General Motors und Tesla steigerten ihren Gewinn zusammen um 32,9 Prozent (AUTOHAUS, 2026). Der EY-Branchenexperte Constantin M. Gall nennt China „von der Cashcow zum Sorgenkind“ und spricht davon, dass „Made in Germany zunehmend zur Achillesferse“ werde (EY, 2026).

AUTOHAUS und EY haben das sauber und ohne Dramatisierung aufbereitet. Das Problem liegt nicht in der Berichterstattung. Es liegt in der Zahl selbst, und in dem, was sie in zwölf bis achtzehn Monaten im Handel auslöst.

Woran merkst Du, dass der Druck bei Dir schon angekommen ist?

Kurz gesagt

Der Druck kommt nicht als Brief mit der Überschrift „Margenkürzung“. Er kommt als neue Zielvereinbarung, als umgestelltes Bonussystem, als zusätzlicher Standard und als Frage nach Deiner Standortperspektive. Ein Autohaus, das die Herstellerzahlen kennt, liest diese Post anders.

Der Blick von außen: was der Verband misst

Der Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe hat im September 2026 knapp 400 kleine und mittlere Betriebe befragt. 44 Prozent bewerten ihre Lage schlechter oder eher schlechter als zu Jahresbeginn, nur 18 Prozent sehen eine Verbesserung. 45 Prozent rechnen mit sinkenden Umsätzen, 22 Prozent mit steigenden (ZDK, 2026). ZDK-Präsident Thomas Peckruhn fasst es so zusammen: „Die schwierige Lage im Fahrzeughandel ist noch nicht überwunden. Höhere Kosten, geringe Margen und regulatorische Belastungen treffen auf zurückhaltende Nachfrage“ (ZDK, 2026).

Im Werkstattgeschäft sieht es anders aus: 45 Prozent melden eine unveränderte Auftragslage, 26 Prozent eine bessere, 30 Prozent eine schlechtere (ZDK, 2026). Das ist kein Zufall, sondern das seit Jahren bekannte Muster. Schon 2024 wuchs der Umsatz des Kfz-Gewerbes um 5,6 Prozent auf 218,9 Milliarden Euro, aber wie der damalige ZDK-Präsident Arne Joswig sagte: „Das Umsatzplus kommt aber ausschließlich aus dem Service und dem Gebrauchtwagen-Geschäft“ (ZDK, 2025).

Der Blick nach innen: drei Orte im Betrieb

Erstens der Verhandlungstisch mit dem Hersteller. Wer in die nächste Runde über Zielvorgaben, Boni oder Standortinvestitionen geht, verhandelt jetzt mit einem Gegenüber, das selbst 19 Prozent Ergebnis verloren hat. Der Spielraum wird kleiner, der Ton wird sachlicher, und Zugeständnisse werden teurer.

Zweitens das Verkaufsgespräch. Dein Kunde hat dieselbe Schlagzeile gelesen wie Du. Seine Frage lautet nicht „Wie geht es der Autoindustrie“, sondern „Was ist der Wagen in drei Jahren noch wert“. Restwertunsicherheit ist ein Verkaufshemmnis, und sie sitzt jetzt mit am Tisch.

Drittens die Serviceannahme. Das ist der teuerste der drei Orte, weil dort der Ertrag hängt, der den Rest trägt. Bei Wartung und Reparatur ist der Anteil der Markenwerkstätten von 55 Prozent im Jahr 2017 auf 43 Prozent im Jahr 2024 gefallen, freie Werkstätten kommen auf 38 Prozent (DAT, 2025, zitiert nach autoservicepraxis, 2025). Jeder Kunde, der an der Annahme das Gefühl bekommt, sein Geld werde nicht ernst genommen, hat eine bezahlbare Alternative in Reichweite.

Was macht die Nachricht mit Deinem Kunden und Deinem Team?

Kurz gesagt

Branchenkrisen erzeugen beim Kunden ein Gefühl, und dieses Gefühl trifft im Autohaus auf einen Menschen, der darauf antworten muss. Wie dieser Mensch antwortet, entscheidet über die Rechnung, die vor dem Kunden liegt, und über den nächsten Werkstatttermin.

Gehobene Häuser sind hier besonders verwundbar. Der höhere Stundenverrechnungssatz wird nur akzeptiert, solange der Kunde spürt, dass sein Geld ernst genommen wird. Sobald er das Gefühl bekommt, für die Probleme eines Konzerns mitzuzahlen, liegt der Wechsel zur freien Werkstatt nahe, und die Zahlen oben zeigen, dass genau dieser Wechsel seit Jahren stattfindet.

Die Sätze, die an der Annahme Schaden anrichten

„Da können wir auch nichts machen, das kommt alles vom Werk.“ Der Satz schiebt die Verantwortung weg und bestätigt dem Kunden, dass er an der falschen Stelle steht.

„Alles wird teurer, das ist überall so.“ Eine Verallgemeinerung beantwortet keine konkrete Rechnung und wirkt wie eine Abwehr.

„Ehrlich gesagt verstehe ich die da oben auch nicht mehr.“ Mitschimpfen fühlt sich im Moment verbindend an und kostet später den Auftrag, weil der Kunde die Marke jetzt zusätzlich in Frage stellt.

Die Sätze, die tragen

„Ich verstehe, dass Sie das gerade genau anschauen. Lassen Sie uns die Position durchgehen, dann sehen Sie, wofür das Geld hier konkret gearbeitet hat.“

„Zu den Konzernzahlen kann ich Ihnen nichts sagen. Zu Ihrem Fahrzeug kann ich Ihnen sagen, was jetzt nötig ist, was warten kann und was Sie beim nächsten Termin einplanen sollten.“

„Wenn Sie das Fahrzeug länger fahren wollen, rechne ich Ihnen die nächsten zwei Jahre einmal durch. Dann haben Sie eine Entscheidungsgrundlage und keine Überraschung.“

Der Unterschied ist keine Verkaufstechnik, sondern eine Haltung: Die Sorge wird benannt, dann wird gerechnet. Genau das lässt sich trainieren, und es ist Umsatzsicherung, kein Wohlfühlthema.

Und was die Nachricht mit Deinen Leuten macht

Deine Mitarbeitenden lesen dieselben Meldungen. Am selben Tag, an dem die EY-Auswertung erschien, hat die IG Metall nach eigenen Angaben mehr als 100.000 Beschäftigte an über 200 Standorten gegen Stellenabbau mobilisiert (AUTOHAUS, 2026). Wer an der Hebebühne steht, koppelt solche Bilder mit der eigenen Jobsicherheit, auch wenn sein Betrieb voll ausgelastet ist. Schweigt die Geschäftsleitung dazu, füllt sich die Lücke von allein, und zwar mit der pessimistischsten verfügbaren Erklärung.

Was kostet es Dich, jetzt nichts zu tun?

Kurz gesagt

Nichtstun kostet in zwei Währungen. Finanziell verliert ein Autohaus zuerst Servicedurchgänge, lange bevor die Neuwagenmarge sichtbar sinkt. Menschlich verliert es die Leute, die sich am schnellsten etwas Neues suchen können.

Finanziell: eine Modellrechnung

Die folgende Rechnung ist ausdrücklich eine Modellrechnung mit eigenen Annahmen und keine Statistik. Angenommen, ein Betrieb hat 4.000 Werkstattdurchgänge im Jahr bei einem durchschnittlichen Rechnungsbetrag von 480 Euro netto. Das sind 1,92 Millionen Euro Werkstattumsatz. Angenommen weiter, die Serviceloyalität sinkt um 5 Prozentpunkte, weil verunsicherte Kunden nach Garantieende die günstigere Alternative probieren. Dann fehlen 200 Durchgänge und 96.000 Euro Umsatz. Bei einem angenommenen Deckungsbeitrag von 55 Prozent im Servicegeschäft sind das rund 52.800 Euro Deckungsbeitrag, die niemand als Verlust bucht, weil der Termin schlicht nie gemacht wurde.

Dazu kommen die Folgekosten, die in keiner Auswertung stehen: nicht belegte Hebebühnenplätze, verlängerte Standzeiten im Gebrauchtwagenbestand, nicht geführte Servicegespräche, und ein Verkaufsteam, das Restwertfragen nicht beantworten kann und deshalb den Abschluss verschiebt.

Menschlich: die vier Stufen

Unzufriedenheit im Betrieb verläuft in vier Stufen, und die Geschäftsleitung sieht die ersten beiden nicht.

  1. Still. Der Mitarbeitende ärgert sich, sagt nichts, hängt hinten dran, geht genervt nach Hause. Nach außen läuft alles.
  2. Rückzug. Er hört auf mitzudenken, macht nur noch das Eigene, behält Hinweise für sich, weil sich ja doch nichts ändert.
  3. Murren. Jetzt wird es hörbar: in der Pause, an der Teiletheke, vor dem Kunden. Die Haltung überträgt sich auf das Team.
  4. Kündigung. Erst innerlich, dann auf dem Papier. Es geht meist nicht der Schwächste, sondern der, der am schnellsten etwas Neues findet.

Der richtige Zeitpunkt zum Handeln ist Stufe 1, und Stufe 1 wird nur durch eine anonyme Befragung sichtbar. Das ist die unbequeme Pointe: Wer wartet, bis jemand etwas sagt, handelt frühestens auf Stufe 3.

Wo die Daten aufhören

Belegt ist die Ertragslage der Hersteller im ersten Halbjahr 2026 (EY, 2026; AUTOHAUS, 2026). Belegt ist die Stimmungslage im Kfz-Gewerbe im September 2026 (ZDK, 2026). Belegt ist die Verschiebung der Werkstattanteile zwischen Marken- und freien Betrieben bis 2024 (DAT, 2025).

Nicht belegt ist die Übertragung auf den einzelnen Betrieb. Es gibt keine öffentliche Quelle, die sagt, wie viel Marge ein bestimmter Hersteller einem bestimmten Händler in den nächsten zwölf Monaten kürzt. Die Verbindung zwischen Konzernergebnis und Handelskondition ist eine Einschätzung aus der Beratungspraxis, keine Statistik, und sie kann im Einzelfall anders ausfallen. Auch die Arbeitskostenvergleiche, die im Zusammenhang mit der EY-Auswertung genannt werden, also rund 65 Euro je Stunde in Deutschland gegenüber 24 Euro in Tschechien und 18 Euro in Polen, stehen so nur in der Presseberichterstattung (AUTOHAUS, 2026) und nicht in der Pressemitteilung von EY. Das Statistische Bundesamt weist für 2025 gesamtwirtschaftlich 45,00 Euro je geleisteter Arbeitsstunde aus, im Verarbeitenden Gewerbe 49,50 Euro, bei einem EU-Schnitt von 34,90 Euro (Statistisches Bundesamt, 2026). Beide Werte messen Unterschiedliches, und wer mit ihnen argumentiert, sollte das dazusagen.

Welche Zahlen brauchst Du, bevor Du über Deine Ertragsbasis entscheidest?

Kurz gesagt

Die Entscheidung lautet nicht „Neuwagen oder Service“. Sie lautet: Welcher Anteil des Ergebnisses hängt an Bedingungen, die ein Dritter jederzeit ändern kann. Ein Autohaus, das diesen Anteil kennt, verhandelt anders und investiert anders.

Sieben Kennzahlen gehören auf den Tisch, bevor irgendjemand eine Empfehlung ausspricht:

  • Deckungsbeitrag III je Geschäftsbereich, getrennt nach Neuwagen, Gebrauchtwagen, Service und Teiledienst. Nicht der Umsatz, der Deckungsbeitrag.
  • Anteil herstellerabhängiger Boni am Betriebsergebnis. Das ist die eigentliche Risikokennzahl. Liegt sie hoch, ist das Ergebnis fremdbestimmt.
  • Verkaufte Stunden je Produktivem und die Werkstattauslastung. Der Branchenwert lag 2024 bei 87 Prozent (ZDK, 2025).
  • Serviceloyalität nach Fahrzeugjahr, insbesondere der Bruch nach Garantieende. Dort entscheidet sich der Werkstattertrag der nächsten fünf Jahre.
  • Standzeit im Gebrauchtwagenbestand und Kapitalbindung, weil ein schwächerer Neuwagenmarkt zuerst hier sichtbar wird.
  • Terminvorlauf in der Serviceannahme. Ein zu langer Vorlauf schickt Kunden zur freien Werkstatt, ein zu kurzer zeigt, dass die Bindung bereits nachlässt.
  • Fluktuation, Krankenstand und Zeit bis zur Nachbesetzung in Werkstatt und Annahme.

Fragen, die vor der Empfehlung geklärt sein müssen

Wie viel Prozent Deines Betriebsergebnisses würden bei einer Bonuskürzung von 20 Prozent verschwinden? Wie viele Deiner Servicekunden fahren ein Fahrzeug jenseits des fünften Jahres, und wie viele davon kommen noch? Welche Standards hat Dein Hersteller in den letzten drei Jahren neu verlangt, und was haben sie gekostet? Wer in Deinem Haus führt das Gespräch mit dem Kunden, wenn es um Restwerte geht, und wurde diese Person je dafür geschult? Und welche Antwort bekommt Dein Team, wenn es fragt, wie sicher die Arbeitsplätze sind?

Wie nutzt Du beide Enden dieser Sache?

Kurz gesagt

Jede Branchenkrise hat einen Anfang, an dem sie noch niemand ernst nimmt, und ein Ende, an dem alle das Thema fallen lassen. Für ein Autohaus liegt an beiden Enden Geld, nur an unterschiedlichen Stellen.

Das eine Ende: jetzt

Der Vorteil dieser Phase ist die Vorlaufzeit. Die Konzernzahlen sind veröffentlicht, die Konsequenzen für den Handel aber noch nicht verhandelt. Wer in den nächsten Wochen seinen Deckungsbeitrag III je Sparte sauber hat und weiß, welcher Anteil seines Ergebnisses an Boni hängt, sitzt in der nächsten Vertragsrunde mit einer Rechnung am Tisch und nicht mit einem Bauchgefühl. Wer zusätzlich jetzt in die Serviceloyalität investiert, tut das zu einem Zeitpunkt, an dem die Kunden noch da sind und nur verunsichert, nicht bereits abgewandert.

Das andere Ende: wenn alle anderen das Thema fallen lassen

In sechs Monaten ist diese Meldung durch. Genau dann werden die Entscheidungen umgesetzt, die jetzt nur angekündigt sind, und genau dann redet niemand mehr darüber. Der Bestand arbeitet dabei für Dich: 49,5 Millionen Pkw sind in Deutschland zugelassen, das Durchschnittsalter liegt bei 10,3 Jahren (ZDK, 2025). Weniger Neuwagen bedeutet ältere Fahrzeuge, und ältere Fahrzeuge bedeuten Werkstattarbeit. Ein Betrieb, der seine Serviceannahme in der unruhigen Phase stabil gehalten hat, erntet genau dann, wenn die Branche das Thema abgehakt hat.

Wer hilft Dir bei so einer Einordnung, und wer besser nicht?

Kurz gesagt

Ein Konzept von außen löst kein Problem, das in der Organisation sitzt. Ein Autohaus braucht in dieser Lage jemanden, der bleibt, bis die Veränderung im Alltag angekommen ist, und nicht jemanden, der ein PDF abgibt.

Die Arbeits- und Organisationspsychologin Sonja Lang und ihr Team der ErVer Unternehmensberatung arbeiten mit Autohäusern vom inhabergeführten Betrieb mit 20 Mitarbeitenden bis zur Gruppe mit 400. Hinter jedem Projekt steht ein fester Ansprechpartner und ein Team aus Arbeitspsychologen, Kommunikationsfachleuten und Strategen. Der Ansatz ist durch den TÜV Rheinland nach ISO 9001 zertifiziert. Die Gefährdungsbeurteilung psychischer Belastung wird nach den GDA-Leitlinien rechtskonform miterledigt, also nicht als zusätzliches Projekt, sondern als Nebenprodukt einer ohnehin nötigen Bestandsaufnahme.

Was die ErVer Unternehmensberatung ausdrücklich nicht tut: ein fertiges Konzept von außen über den Betrieb legen, das Team für Organisationsprobleme verantwortlich machen, oder mit Motivationsrhetorik arbeiten, wo eine Prozessfrage vorliegt. Probleme in Autohäusern sind fast immer Organisationsprobleme und fast nie Charakterprobleme. Sonja Lang und ihr Team setzen deshalb an Abläufen, Verantwortlichkeiten und Gesprächsführung an, und begleiten die Umsetzung, statt sie zu übergeben.

Und die Grenzen

Keine Beratung verhandelt Deine Handelsmarge mit dem Hersteller, und keine Beratung macht aus einem schrumpfenden Neuwagenmarkt einen wachsenden. Was sich beeinflussen lässt, ist der Teil des Ergebnisses, der im eigenen Haus entsteht: Serviceloyalität, verkaufte Stunden, Nacharbeit, Standzeiten, Termintreue und die Frage, ob gute Leute bleiben. Das ist weniger, als mancher Anbieter verspricht, und deutlich mehr, als die meisten Betriebe derzeit ausschöpfen.

Wie entscheidest Du jetzt?

Kurz gesagt

Die erste Entscheidung ist keine große. Sie besteht darin, die eigenen Zahlen so aufzubereiten, dass ein Autohaus überhaupt erkennen kann, wie abhängig sein Ergebnis von fremden Entscheidungen ist.

Drei Schritte, in dieser Reihenfolge. Erstens den Deckungsbeitrag III je Sparte und den Bonusanteil am Ergebnis auf ein Blatt bringen. Zweitens die Serviceloyalität nach Fahrzeugjahr auswerten und den Bruch nach Garantieende sichtbar machen. Drittens mit dem Team über die Lage sprechen, bevor die Gerüchteküche das übernimmt, und zwar mit Klartext statt mit Beruhigung.

Und wenn das Thema bei Dir gerade ein Thema ist, lohnt ein Gespräch. Der Klartext-Call bei der ErVer Unternehmensberatung ist kostenlos und unverbindlich. Eine Ist-Analyse und ein gemeinsamer Blick darauf, wohin die Reise unternehmerisch gehen darf, ist ohnehin nie verkehrt, ganz gleich, wie die Herstellerzahlen im nächsten Halbjahr ausfallen.

ErVer Unternehmensberatung, Von-Papen-Anger 2, 59457 Werl, Telefon +49 (0) 2922 912 11 89, info@erver-unternehmensberatung.de

Häufige Fragen zum Margendruck im Autohaus

Was besagt die EY-Analyse zum ersten Halbjahr 2026?
Volkswagen, Mercedes-Benz und BMW setzten zusammen 284 Milliarden Euro um, 2,9 Prozent weniger als im Vorjahr. Das operative Ergebnis sank um 19,0 Prozent auf 13,0 Milliarden Euro (EY, 2026).

Warum betrifft das ein inhabergeführtes Autohaus?
Weil Sparprogramme der Hersteller im Handel als gekürzte Margen, umgebaute Bonussysteme, verschärfte Standards und gestraffte Netze ankommen. Der Zeitversatz beträgt erfahrungsgemäß mehrere Monate.

Wie stark ist der China-Rückgang?
Der Absatz der deutschen Hersteller in China sank im ersten Halbjahr 2026 um 25 Prozent, der China-Anteil am weltweiten Absatz fiel von 28,9 auf 23,5 Prozent (EY, 2026).

Wie ist die Stimmung im Kfz-Gewerbe aktuell?
44 Prozent der befragten Betriebe bewerten ihre Lage schlechter als zu Jahresbeginn, 18 Prozent besser. Im Werkstattgeschäft melden 26 Prozent eine bessere Auftragslage (ZDK, 2026).

Fragen zu Ertrag, Kunden und Personal

Welche Kennzahl ist in dieser Lage die wichtigste?
Der Anteil herstellerabhängiger Boni am Betriebsergebnis. Er zeigt, wie viel des Ergebnisses von einer Entscheidung abhängt, die im Autohaus niemand trifft.

Verliert mein Betrieb Werkstattkunden an freie Werkstätten?
Der Anteil der Markenwerkstätten bei Wartung und Reparatur fiel von 55 Prozent im Jahr 2017 auf 43 Prozent im Jahr 2024, freie Werkstätten liegen bei 38 Prozent (DAT, 2025).

Was sagt die Serviceannahme, wenn ein Kunde über die Preise klagt?
Die Sorge benennen, dann die Position konkret durchgehen und eine Entscheidungsgrundlage für die nächsten zwei Jahre anbieten. Rechtfertigen, verallgemeinern oder mitschimpfen kostet den nächsten Termin.

Soll ich mit dem Team über die Branchenlage sprechen?
Ja, und zwar bevor die Gerüchteküche das übernimmt. Bleibt die Geschäftsleitung stumm, füllt sich die Lücke mit der pessimistischsten verfügbaren Erklärung.

Wie erkenne ich Unzufriedenheit, bevor jemand kündigt?
Nur über eine anonyme Befragung. Die ersten beiden Stufen, Stillhalten und Rückzug, sind von außen nicht sichtbar.

Was macht die ErVer Unternehmensberatung in so einer Lage konkret?
Eine Ist-Analyse der Ertrags- und Organisationsstruktur, eine Bewertung der Abhängigkeiten und die Umsetzungsbegleitung danach. Der erste Klartext-Call ist kostenlos.

Quellen

AUTOHAUS. (2026, 21. September). Analyse: Deutsche Autobauer verlieren weiter an Boden. https://www.autohaus.de/nachrichten/autohersteller/analyse-deutsche-autobauer-verlieren-weiter-an-boden-3906019

AUTOHAUS. (2026, 21. September). IG Metall: Automobil-Beschäftigte bundesweit zum Protest aufgerufen. https://www.autohaus.de/nachrichten/autohandel/ig-metall-automobil-beschaeftigte-bundesweit-zum-protest-aufgerufen-3905980

Deutsche Automobil Treuhand. (2025). DAT-Report 2025. Zitiert nach autoservicepraxis, 28. Januar 2025. https://www.autoservicepraxis.de/nachrichten/kfz-werkstatt/dat-report-2025-werkstattkunden-schaetzen-fachbetriebe-3612306

EY. (2026, 20. September). Deutsche Autokonzerne verlieren den Anschluss: Schlusslicht beim Umsatz, Gewinne und Margen im Sinkflug. https://www.ey.com/de_de/newsroom/2026/09/ey-analyse-automotive-bilanzen-q2-2026

Statistisches Bundesamt. (2026, 29. April). Eine Arbeitsstunde kostete im Jahr 2025 durchschnittlich 45,00 Euro (Pressemitteilung Nr. 148). https://www.destatis.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/2026/04/PD26_148_624.html

Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe. (2025, 19. Februar). Jahresbilanz: Werkstätten brummen, Händler kämpfen. Zitiert nach autoservicepraxis. https://www.autoservicepraxis.de/nachrichten/autobranche/zdk-zieht-gemischte-jahresbilanz-werkstaetten-brummen-haendler-kaempfen-3621610

Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe. (2026, 1. September). ZDK-Umfrage: Schwieriges Geschäft trotz guter E-Auto-Absätze. Zitiert nach autoservicepraxis. https://www.autoservicepraxis.de/nachrichten/kfz-werkstatt/zdk-umfrage-schwieriges-geschaeft-trotz-guter-e-auto-absaetze-3897315

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