Selbstführung: Warum Dein Wort Dir selbst gegenüber zählt

Die kurze Antwort

Selbstführung bedeutet, dass Du Dich selbst so führst, wie Du Dein Team führen willst: mit klaren Zielen, festen Zusagen und ehrlicher Rückschau. Der Kern ist Selbstverbindlichkeit, also das eigene Wort Dir selbst gegenüber zu halten. Wer sich selbst nicht führt, wird vom Tagesgeschäft geführt. Und Dein Team merkt sehr genau, ob Deine Vorsätze halten.

Dein Gewinn daraus:

  • Du setzt Dinge um, die Du Dir seit Monaten vornimmst.
  • Du verlierst weniger Kraft im Tagesgeschäft.
  • Dein Team erlebt Dich als verlässlich und berechenbar.
  • Du hast wieder Zeit für Strategie, Familie und Gesundheit.
  • Du führst mit Vorbild statt mit Appellen.

Was bedeutet Selbstführung für Chefs?

Kurz gesagt: Selbstführung ist die Fähigkeit, die eigenen Ziele, Gewohnheiten und Gefühle bewusst zu steuern. Für Chefs ist sie die Grundlage jeder Führung.

Als Inhaber hast Du niemanden über Dir, der nachfragt, ob Du Dein Vorhaben umgesetzt hast. Das ist Freiheit und Falle zugleich. Die wichtigen, aber nicht dringenden Dinge rutschen immer wieder nach hinten: das Strategiegespräch, die neue Zuständigkeit, der Arzttermin, der Sport. Das Tagesgeschäft ist immer lauter.

Selbstführung heißt, dass Du Dir selbst gegenüber dieselbe Verbindlichkeit zeigst wie gegenüber Deinen Kunden. Einen Kundentermin sagst Du nicht ab, weil gerade viel los ist. Einen Termin mit Dir selbst aber schon. Genau hier liegt der Ansatzpunkt.

Warum ist Selbstverbindlichkeit der Kern der Selbstführung?

Kurz gesagt: Weil jedes gebrochene Versprechen an Dich selbst Dein Vertrauen in Dich schwächt. Und weil Dein Team Dich daran misst, ob Du hältst, was Du ankündigst.

Selbstverbindlichkeit bedeutet: Wenn Du Dir etwas vornimmst, tust Du es. Oder Du entscheidest bewusst, es nicht zu tun, und streichst es. Was nicht geht, ist das ewige Aufschieben. Es kostet Kraft, weil die offenen Punkte im Kopf weiterlaufen.

Dein Team schaut genau hin. Wenn Du ankündigst, ab jetzt jeden Montag ein kurzes Teamgespräch zu machen, und es nach drei Wochen einschläft, lernt Dein Team etwas: Ankündigungen des Chefs sind nicht so ernst gemeint. Das macht es Dir später schwer, Veränderungen durchzusetzen.

Es geht dabei nicht um Härte gegen Dich selbst. Gute Selbstführung ist freundlich und ehrlich zugleich. Sie fragt nicht „Warum hast Du schon wieder versagt?“, sondern „Was hat Dich abgehalten und was änderst Du jetzt?“.

Wie kannst Du Deine Selbstführung stärken?

Kurz gesagt: Mit wenigen, klaren Zusagen, festen Zeiten und einer ehrlichen Rückschau. Weniger Vorsätze, die dafür halten, bringen mehr als viele, die verpuffen.

Nimm Dir weniger vor

Schreib Dir für die Woche höchstens drei Vorhaben auf, die wirklich zählen. Alles andere ist Tagesgeschäft. Wer zwanzig Punkte plant, hält am Ende keinen.

Gib Deinen Vorhaben einen Termin

Ein Vorhaben ohne Termin ist ein Wunsch. Blocke Dir die Zeit im Kalender und behandle sie wie einen Kundentermin.

Schau einmal pro Woche zurück

Freitagmittag reichen fünfzehn Minuten. Was hast Du gehalten, was nicht? Was hat Dich gebremst? Diese Rückschau ist der wichtigste Teil, weil Du dort Deine Muster erkennst.

Hol Dir jemanden, der nachfragt

Verbindlichkeit wächst, wenn jemand anderes davon weiß. Das kann ein Coach sein oder ein Sparringspartner, der ehrlich nachhakt.

Was sagt die Forschung zur Selbstführung?

Kurz gesagt: Coaching wirkt laut einer Meta-Analyse am stärksten auf die zielgerichtete Selbststeuerung, also darauf, eigene Ziele konsequent zu verfolgen (Theeboom et al., 2014).

Theeboom und Kollegen haben Studien zur Wirkung von Coaching in Organisationen zusammengefasst. Positive Effekte zeigten sich bei Leistung, Wohlbefinden, Umgang mit Belastung und Arbeitseinstellung. Am deutlichsten war der Effekt bei der Selbststeuerung. Das deckt sich mit der Erfahrung aus der Praxis: Die meisten Chefs wissen, was zu tun ist. Es hapert am Dranbleiben.

Wo die Daten aufhören

Die Studien messen Durchschnitte über viele Teilnehmende. Sie sagen nichts darüber, welche Gewohnheit gerade Dich ausbremst. Das findest Du nur in der ehrlichen Rückschau heraus.

Was kostet Dich fehlende Selbstführung?

Kurz gesagt: Vor allem Zeit, Gesundheit und Glaubwürdigkeit. Jedes Vorhaben, das liegen bleibt, kostet Dich jeden Tag ein bisschen Kraft.

Die Strategie, die Du seit zwei Jahren angehen willst, bringt kein Geld, solange sie in Deinem Kopf bleibt. Das Gespräch mit dem Mitarbeiter, der nicht mehr mitzieht, wird mit jedem Monat schwerer. Und Sport, Familie und Arzttermine sind oft das Erste, was Du streichst.

Dazu kommt die Wirkung auf Dein Team. Wenn Deine Ankündigungen nicht halten, nimmt Dein Team auch neue Regeln nicht mehr ernst. Das ist kein Charakterfehler Deiner Leute, sondern ein ganz normales Muster in Organisationen.

Wie unterstützt die ErVer Unternehmensberatung Deine Selbstführung?

Kurz gesagt: Die Psychologin Sonja Lang und ihr Team der ErVer Unternehmensberatung machen Selbstverbindlichkeit zu einem festen Baustein im Coaching für Chefs.

Sonja Lang begleitet Dich zwölf Monate lang, fragt nach und sagt Dir auch dann ehrlich, was sie sieht, wenn es unbequem ist. Parallel wird Dein Team anonym befragt. So siehst Du, wie Deine Selbstführung im Betrieb ankommt. Alles zum Programm findest Du auf der Seite zum Geschäftsführer-Coaching. Wenn Du merkst, dass Du genau weißt, was zu tun ist, und es trotzdem nicht tust, lies auch den Beitrag mentale Blockaden lösen. Wie Du klarer und schneller zu Entscheidungen kommst, zeigt der Beitrag Entscheidungen treffen als Chef.

Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen Selbstführung und Selbstmanagement?

Selbstmanagement meint vor allem Zeit und Aufgaben. Selbstführung geht tiefer und umfasst auch Ziele, Werte, Gefühle und Deine Verbindlichkeit Dir selbst gegenüber.

Kann man Selbstführung lernen?

Ja. Sie besteht aus Gewohnheiten, und Gewohnheiten lassen sich ändern. Am besten klappt das mit kleinen Schritten und regelmäßiger Rückschau.

Was ist Selbstverbindlichkeit?

Selbstverbindlichkeit heißt, das eigene Wort sich selbst gegenüber zu halten. Was Du Dir vornimmst, tust Du, oder Du streichst es bewusst.

Warum fällt Chefs Selbstführung oft so schwer?

Weil niemand nachfragt. Kunden und Mitarbeitende melden sich, wenn etwas fehlt, die eigenen Vorhaben dagegen nicht.

Wie hängen Selbstführung und Mitarbeiterführung zusammen?

Eng. Dein Team orientiert sich an Deinem Verhalten. Wenn Du verlässlich bist, wird es Dein Team eher auch.

Hilft ein Coaching bei der Selbstführung?

Ja. Laut Forschung wirkt Coaching besonders stark auf die Fähigkeit, eigene Ziele konsequent zu verfolgen.

Wie fange ich heute an?

Schreib drei Vorhaben für diese Woche auf, gib jedem einen Termin und schau am Freitag ehrlich zurück.

Willst Du endlich umsetzen, was Du Dir vornimmst?

Im Klartext-Call schaust Du mit Sonja Lang 30 Minuten darauf, was Dich bremst und wo Dein nächster Schritt liegt.

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Quellen

Theeboom, T., Beersma, B., & van Vianen, A. E. M. (2014). Does coaching work? A meta-analysis on the effects of coaching on individual level outcomes in an organizational context. The Journal of Positive Psychology, 9(1), 1-18. https://doi.org/10.1080/17439760.2013.837499

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